In meinem Beitrag vom 25.10.2008 mit der Überschrift:
Polizei (dein Freund und Helfer) und die Studentenproteste
habe ich schon folgendes erwähnt:
da friedliche Proteste nicht ins Konzept passen bzw. man damit einen
massiven Polizeieinsatz nicht rechtfertigen kann, besteht die
Möglichkeit, dass absichtlich Störenfriede (Exekutivkräfte) unter die
friedlichen Demonstranten eingeschleust werden um die Massen
aufzuwiegeln (siehe Heiligendamm)
Nun habe ich einen Beitrag auf dem Blog von Markus Lobis gefunden, in dem Aussagen von Cossiga zu diesem Thema zu finden sind. Ich habe mir erlaubt, das Interview auf deutsch hierherzukopieren, da es absolut lesenswert ist. (Weiters werd ich erstmals versuchen einen Trackball einzubauen, vielleicht kann ich dann irgendwann mehr Funktionen der Blogsoftware nutzen), hier aber das Interview:
(23.10.08 – Quelle: La Nazione, Il Resto del Carlino, Il Giorno)
ROM
– Presidente, gehen Sie davon aus, dass Berlusconi übertrieben hat,
als er den Studenten damit drohte, die Ordnungskräfte gegen sie
einzusetzen?Das
hängt davon ab. Wenn er glaubt, der Ministerpräsident eines starken
Staates zu sein, hat er richtig gehandelt. Weil Italien aber schwach
ist und die Opposition nicht aus einer granitharten KP sondern aus dem
schmächtigen PD besteht, fürchte ich, dass auf die Worte keine Fakten
folgen werden und dass Berlusconi eine schlecht Figur abgeben wird.Welche Fakten sollten folgen?
Innenminister Maroni hätte das machen sollen, was ich damals als Innenminister getan habe.
Das wäre?
Erstens:
Die Oberschüler außen vor lassen. Malen Sie sich selbst aus, was
passiert, wenn ein Schüler ums Leben kommt oder schwer verletzt wird…Wie würden Sie mit den Uni-Studenten umgehen?
Ich
würde sie agieren lassen. Die Polizeikräfte aus den Straßen und
Universitäten zurückziehen, die [Protest-]Bewegungen mit provozierenden
Agenten infiltrieren, die zu allem bereit sind, und die Demonstranten
zehn Tage lang wüten, Geschäfte ausplündern, Autos anzünden und die
Stadt verwüsten lassen.Und dann?
Dann,
mit dem nationalen Konsens, sollte der Lärm der Krankenwagensirenen den
Lärm der Polizei- und Carabinierifahrzeuge übertönen.Wie meinen Sie das?
Ich
meine es so, dass die Polizeikräfte kein Erbarmen haben und alle ins
Krankenhaus schicken sollten. Keine Verhaftungen, die Richter würden
sie [die Studenten] sofort wieder auf freien Fuß setzen, man sollte auf
sie einprügeln und auch auf die Lehrkräfte einprügeln, die sie
anstiften.Auch auf die Lehrkräfte?
Besonders auf die Lehrkräfte.
Präsident, das ist ein Paradox, oder etwa nicht?
Ich
meine nicht die älteren, klar, aber die jungen LehrerInnen schon. Sind
Sie sich im Klaren, was zur Zeit vor sich geht? Es gibt Lehrer, die
Kinder indoktrinieren und sie auf die Straßen bringen: das ist ein
kriminelles Verhalten.Und
sind Sie sich im Klaren, was nach dieser Handhabung in Europa über uns
gesagt würde? “In Italien kehrt der Faschismus zurück”, das würden sie
sagen.Schwachsinn; das ist die demokratische Kur; die Flamme löschen bevor der Brand ausbricht.
Welcher Brand?
Ich
übertreibe nicht. Ich glaube wirklich, dass der Terrorismus wieder zu
Blutvergießen auf den Straßen unseres Landes führen wird. Und ich
möchte nicht, dass vergessen wird, dass die Roten Brigaden nicht in den
Fabriken entstanden sind, sondern in den Universitäten. Die Slogans der
Roten Brigaden waren jene, die zuerst von der Studentenbewegung und den
linken Gewerkschaften verwendet wurden.Es ist also möglich, dass sich die Geschichte wiederholt?
Das
ist nicht nur möglich, das ist wahrscheinlich. Deshalb wiederhole ich:
Vergessen wir nicht, dass die Roten Brigaden entstanden sind, weil der
Brand nicht rechtzeitig gelöscht werden konnte.
ich glaub, es braucht sich niemand mehr wundern…..es ist meist alles anders, als man denkt.
hier sicherheitshalber nochmal der Direktlink:
http://markus-lobis.blog.de/2008/11/04/cossiga-schwingt-pickel-zeitungen-faschisten-manganello-piazza-navona-4982221